[Rezension] Khaled Hosseini - Drachenläufer



Beendet am 10.09.2015

384 Seiten

Verlag: Berliner Taschenbuch Verlag

Taschenbuch: 9,99 €
Ebook: 9,99 €

Klappentext
Amir, Sohn eines wohlhabenden Paschtunen, verbindet eine enge Freundschaft mit Hassan, dem Sohn des Hausdieners. Die Jungen verbringen ihre Kindheit wie Brüder, und zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört es, Drachen steigen zu lassen. Doch eines Tages begeht Amir auf furchtbare Weise Verrat an Hassan und ihre Freundschaft zerbricht.


Meine Meinung:
Zum Cover: Ich muss sagen, dass ich das Cover - nachdem ich mit dem Buch durch bin - ganz ok finde.  Richtig ansprechend ist es aber nicht.
Zum Buch: Die Handlung spielt in Afghanistan und beginnt vor Kriegsbeginn. Sie wird aus der Sicht des Jungen Amir erzählt. Amir lebt bei seinem Vater, seine Mutter ist bei seiner Geburt gestorben. Sein Vater hat einen alten Freund namens Ali. Dieser ist zusammen mit seinem Sohn Hassan Diener der Familie. Amir und Hassan sind beste Freunde. Sie verbringen fast immer Zeit miteinander, spielen zusammen. Amir liest Hassan Geschichten vor und fängt dann an, selbst eine kleine Kurzgeschichte zu schreiben. Er ist sehr begabt. Sein Vater zeigt seine Liebe Amir gegenüber nicht. Amir wünscht sich nichts sehnlicher, als von seinem Vater geliebt und akzeptiert zu werden, so wie er ist. Sein Vater wünscht sich einen starken Sohn, einen Gewinnertypen. Amir versucht es mit Fußball und ähnlichen Sachen, damit sein Vater stolz auf ihn ist. Allerdings versagt er immer wieder und leidet unter den verachtenden Blicken seines Vaters. Das jährliche Drachenfest beginnt und Amir nimmt sich vor, dieses mal für seinen Vater zu gewinnen. Doch dieser Tag ändert alles in Amirs Leben. 
SPOILER:
Amir gewinnt tatsächlich das Drachenfest. Sein Drachen ist der einzige, der doch am Himmel zu sehen ist. Hassan möchte Amir die größte Freude des Lebens bereiten und den Drachen des Zweitplatzierten erlaufen, der zum Boden segelt. Als Hassan nicht wieder auftaucht macht Amir sich auf die Suche und trifft eine Entscheidung, die das Leben von Hassan und ihn verändern wird. Die Wege der beiden trennen sich. Als Amir 18 ist bricht der Krieg aus und er und sein Vater fliehen aus Kabul. Die Flucht wird sehr dramatisch und spannend. Nach ein paar Jahren in Pakistan reisen sie weiter nach Amerika. Sein Vater möchte immer noch, dass aus Amir mal etwas ganz tolles wird, doch dieser möchte lieber Schriftsteller werden. Amir fährt mit seinem Vater regelmäßig auf den Trödelmarkt und verliebt sich in Soraya. Als sein Vater schwer krank wird bittet er diesen, für ihn um die Hand von Soraya anzuhalten.
Amir macht sich Vorwürfe, seit er Hassan beim Drachenfest verraten hat. Eines Tages kehrt er in seine Heimat zurück, weil er seine Sünde wiedergutmachen möchte. Dort trifft er auf alte Bekannte, aber auch auf die Taliban, die ihm übel mitspielen.

Zu Anfang gefiel mir das Buch nicht so. Es war irgendwie langweilig und ich wurde nicht wirklich warm mit. Jetzt im Nachhinein denke ich, dass es alles genau richtig war. Die Geschichte ist sehr ergreifend. Es fällt mir sehr schwer, meine Gefühle in Worte zu fassen. Liebe, Verrat, Entsetzen... Dieses Buch umfasst alles. Der Autor gibt uns einen Eindruck wie es ist, in Afghanistan zu leben. Teilweise werden auch afghanische Wörter in dem Buch mit eingebaut, die dann hinterher erklärt werden. Das Buch ist sehr authentisch geschrieben, aber nicht ganz so einfach zu lesen. Auch über die Geschichte von Afghanistan wird dort berichtet. Man erhält viele neue Eindrücke und auch das Asylverfahren ist Thema.


Fazit:
Dieses Buch ist eine lesenswerte Lektüre, aber auch nichts für zarte Gemüter. Es ist eine sehr traurige Geschichte. Wenn man es auch am Anfang lieber weglegen würde, unbedingt dranbleiben. Es lohnt sich.


4/5 Bücherstapel

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