[Rezension] Mary Kubica - Pretty Baby: Das unbekannte Mädchen

Seiten: 383

Broschiert: 16,99
E-Book: 14,99 €

Schon immer hat Heidi Wood sich gern um andere gekümmert. Doch als sie eines Tages ein mysteriöses obdachloses Mädchen und dessen Baby mit nach Hause bringt, geht sie zu weit! Heidis Mann Chris hat Angst um seine Tochter – und um seine Frau. Denn sie beginnt sich zu verändern, scheint immer mehr in den Bann des unbekannten Mädchens zu geraten.
Chris beginnt zu recherchieren und stößt auf ein schreckliches Geheimnis. Aber um seine Frau und seine Tochter zu retten, scheint es schon zu spät zu sein …




Zum Cover:
Das Cover wirkt sehr düster und zeigt ein Mädchen bzw. eine junge Frau. Der Schriftzug steht im Vordergrund und obwohl es so dunkel ist, gefällt es mir. Es passt perfekt zum Inhalt.


Zum Buch:
Dieses Buch erzählt die Geschichte von Heidi, ihrem Mann Chris, ihrer Tochter Zoe und dem fremden Mädchen Willow. Heidi sieht Willow ein paar mal im Regen am Bahnhof stehen, mit einem Baby auf dem Arm. Sie merkt sofort, dass etwas nicht stimmt und nimmt die Beiden vorerst bei sich zu Hause auf. Viel mehr kann ich dazu nicht sagen, denn ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen.

Die ganze Geschichte entwickelt sich sehr brisant. Heidi arbeitet für eine gemeinnützige Agentur und hat hauptsächlich mit Armen und Immigranten zu tun. Deshalb fällt ihr das junge Mädchen mit dem Baby sofort ins Auge und bietet ihnen an, sich bei ihr zu Hause auszuruhen.
Heidi's Mann Chris arbeitet viel. Er ist quasi Alleinverdiener und als Investmentbanker tätig. Er ist viel unterwegs und selten zu Hause. Chris und Heidi haben sich schon sehr weit voneinander entfernt und leben eher neben sich her.
Ihre Tochter Zoe ist zwölf Jahre alt und steckt mitten in der Pubertät. Sie besucht eine Privatschule, für die Chris das Geld verdient. Zoe ist sehr aufmüpfig und lässt sich nichts vorschreiben. So manches mal haben mir Heidi und Chris leid getan.
Es handelt sich hier um keine Vorzeigefamilie. Sie ist geprägt von vielen negativen Empfindungen und Gedanken, die dem ganzen eine düstere Atmosphäre gibt.
Zu Willow möchte ich gar nicht so viel verraten, nur soviel: Auch sie hat schwere Schicksalsschläge hinnehmen müssen und hat sich dementsprechend entwickelt.
Die Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte sehr und handeln den jeweiligen Situationen entsprechend. Sie waren zu jedem Zeitpunkt authentisch und glaubhaft.

Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben. Es gibt keine richtige Kapiteleinteilung, sondern nur Perspektivenwechsel zwischen Heidi, Chris und Willow. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Er ist sehr außergewöhnlich. Sie wechselt in jedem Dialog immer wieder zwischen direkter und indirekter Rede hin und her und hält sich nicht lang mit Beschreibungen der Umgebung auf.

Die Story ist sehr düster, passend zum Cover. Es gibt kaum Lichtblicke, was man vorher auf jeden Fall wissen sollte. Eine Spannungskurve gibt es in dem Buch nicht. Es ist nicht sehr tempolastig, konnte mich aber dennoch total fesseln. Ich wollte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Es hat mich komplett überzeugt und ich denke, dass die Handlung mitten aus dem Leben gegriffen sein könnte. So wie sie hier niedergeschrieben wurde, könnte es tatsächlich in der Realität passieren.

Es handelt sich hierbei um ein sehr fesselndes Buch ohne viele spannende Momente. Die Handlung ist sehr von Dunkelheit und negativen Gedanken geprägt, so dass es kaum Lichtblicke gibt. Dennoch hat mir das Buch mit den verschiedenen Charakteren mega gut gefallen. Eine klare Leseempfehlung!


5/5 Punkte
(Perfekt!)

Vielen Dank an den Verlag HarperCollins und an zur Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

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