[Rezension] Mart Schreiber - Es muss brennen



Verlag: -
Seiten: 144

Taschenbuch: 4,85 €
E-Book: 2,99 €



Seit der Silvesternacht in Köln wird immer wieder über sexuelle Übergriffe von Migranten berichtet. Willkommenspolitik prallt auf den Ruf nach Abschottung, Verständnis auf Hass, der Glaube an eine gemeinsame Zukunft auf Angst vor Jobverlust und zunehmender Kriminalität. Die zwei Geschichten in diesem Buch spielen vor dem Hintergrund dieses gesellschaftlichen Umbruchs, ohne zu bewerten oder zu moralisieren.

Dominik studiert Jus und hat vor nicht allzu langer Zeit eine neue Freundin kennengelernt. Die versuchte Vergewaltigung seiner Schwester reißt ihn jäh aus seinem geordneten Alltag. Drei afghanische Asylwerber werden als Tatverdächtige ausgemacht. Dominik wird zwischen der Meinung seiner weltoffenen Freundin und den rechten Ansichten seiner Sportsfreunde hin und her geworfen.

Gustav Ehrlicher ist Organisationsberater. Auf dem Weg zu einem wichtigen Termin lernt er auf kuriose Weise einen zehnjährigen Jungen aus dem Irak kennen. Gustav hat es sehr eilig und gibt dem Jungen seine Visitenkarte. Dies bleibt nicht ohne Folgen.


Zum Cover: 
Das Cover ist schlicht und ich finde es nicht gerade ansprechend. Es soll bestimmt Flammen darstellen, aber mir ist es einfach zu einfach.

Zum Buch:
Zwischendurch lese ich auch gern Bücher mit aktueller und ernster Thematik. Deshalb habe ich mich für dieses Rezensionsexemplar auf Blogdeinbuch beworben. Dieses Buch enthält zwei Kurzgeschichten. Eigentlich bin ich kein Freund von Kurzgeschichten, aber in diesem Fall hat mich das überhaupt nicht gestört.

Die erste Geschichte dreht sich um Dominik, dessen Schwester fast von drei Asylbewerbern vergewaltigt worden ist. Seine Einstellung gegenüber Asylanten ändert sich dadurch dramatisch und auch seine Freunde mit rechten Ansichten wirken auf ihn ein. Die zweite Geschichte ist quasi das genaue Gegenteil, denn dort hilft Gustav einem Flüchtlingsjungen, was zu weiteren Ereignissen führt. Der Autor schafft es mit den beiden Geschichten, die verschiedenen Einstellungen und Sichtweisen bezüglich der Asylbewerber aufzuzeigen.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er war leicht verständlich und flüssig geschrieben und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Ich war von den beiden Geschichten fasziniert und wurde mitgerissen.

Die Charaktere sind sehr gelungen. Obwohl es eben nur kurze Geschichten sind, bekommt man einen guten Eindruck von ihrer Sichtweise, ihren Gefühlen und ihr Leben. Besonders bei dem Opfer war es für mich interessant zu verfolgen, wie sie sich gefühlt und entwickelt hat.
Hierbei handelt es sich um ein Buch, welches man aufgrund der Seitenzahl sehr schön zwischendurch lesen kann. Es werden zwei Geschichten mit unterschiedlichen Sichtweisen auf Asylbewerber in der heutigen Zeit erzählt. In diesem Fall hat mir das Gesamtpaket mit Handlung und Charakteren sehr gut gefallen.

5/5 Punkte
(Perfekt)

Vielen Dank an  und die Agentur Mainwunder zur Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

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