[Rezension] Margit Ruile - God's kitchen


Verlag: Loewe
Seiten: 320

Taschenbuch: 14,95 €
E-Book: 11,99 €



Chi sieht aus wie ein Kind. Blass und schmal. Die Züge so bleich. Die Haut zart und durchscheinend. Lange Wimpern an den Lidern der mandelförmigen Augen.

Fast echt.

Denn Chi ist ein Roboter, an dessen Programmierung die 19jährige Celine während ihres Praktikums am Institut für neuronale Informatik mitarbeiten soll. Obwohl Celine weiß, dass Chi nur eine Maschine ist, baut sie eine Beziehung zu ihr auf. Aber als es zu ungeklärten Todesfällen am Institut kommt, ist klar, dass das Projekt gestoppt werden muss.



Das Cover finde ich sehr speziell, fast schon außergewöhnlich. Die Gestaltung gefällt mir sehr gut und hat mich direkt neugierig auf den Inhalt gemacht. Im Nachhinein würde ich sagen, dass das Cover auch sehr gut zur Story passt.

Mit dem Schreibstil von Margit Ruile hatte ich zu Beginn meine Probleme. Er wirkte sehr distanziert und besonders in der Anfangsphase wurde der Leser oft direkt angesprochen. Trotzdem ist er gut und flüssig zu lesen, war gleichzeitig auch sehr bildgewaltig. Nach etwa 20-30 % wurde es aber zunehmend besser und ich war in meinem gewohnten Lesefluss.

Das Buch ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht der 19-jährigen Psychologiestudentin Celine geschrieben, welche uns ihre Geschichte erzählt. Es hat lange gedauert, bis ich mit Celine warm geworden bin, weil sie auf mich immer sehr distanziert und emotionslos gewirkt hat. Sie hatte es bisher nicht leicht in ihrem Leben, hat immer wieder Visionen, die ihr die Zukunft zeigen. Ihre Eltern leben nicht mehr und sie hat auch keine richtigen Freunde. Auf mich wirkte sie immer in sich gekehrt und ein wenig traurig. Nach einer ganzen Weile hatte ich mich aber an ihre Art gewöhnt und zum Schluss mochte ich sie sogar.

Die Handlung hat mich nach den anfänglichen Schwierigkeiten immer mehr in seinen Bann gezogen. Es wird an Chi gearbeitet, einem Roboter, der immer menschlicher werden und sich selbst weiterentwickeln soll. Ich empfand die Begegnungen und Gespräche mit ihr immer als etwas unheimlich, fast schon gruselig. Immer wieder tauchen Fragen auf, die nicht so schnell beantwortet werden sollen und ich empfand den Spannungsbogen als sehr gut gelungen. Die Spannung steigt immer weiter und am Ende kommt es zum großen Showdown.
Margit Ruile hat mit "God's kitchen" ein Buch geschaffen, welches mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten aufgrund der Protagonistin und des Schreibstils doch noch in seinen Bann ziehen konnte. Die Spannung steigert sich immer weiter und es gab so einige Momente, die ich selbst als düster und gruselig empfand. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.


4/5 Punkte
(Sehr gut)

Vielen Dank an den Verlag Loewe zur Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Kommentare:

  1. Hallöchen Charleen =)

    ich bin mit der Protagonistin leider so gar nicht warm geworden. Was ihren Stil angeht, hat es mir die Autorin auch etwas schwer gemacht. Der übernatürliche Aspekt hat mir leider auch nicht so gut gefallen. Insgesamt hab ich einfach mehr erwartet. Mich hat sie mit ihrer Geschichte leider nicht ganz so überzeugen können wir dich. Ich finde es aber gut, dass das Buch trotzdem eine Anhänger findet!

    LG
    Anja

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    1. Hey Anja,
      schade, dass es dir nicht so gut gefallen hatte :( Ich hatte ja auch so meine Startschwierigkeiten, aber irgendwie konnte ich mich dran gewöhnen :D
      Liebe Grüße

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  2. Mir hat gerade Ruiles Stilmix aus direkter Ansprache, inneren Monologen, klaren Bildern und rasanter Erzählweise gut gefallen. Siehe hier: http://www.literaturzeitschrift.de/book-review/gods-kitchen/

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